Für eine einsame Seele - nach einer jahrhundertealten Geschichte weit aus dem Norden
LYS017 - Der Teufel vom Lough Corrib
Fern, so fern im Hochland
In grünen Hügeln geheim
Dort, wo leben Geschichten
Soll Liedes Ursprung sein.
Es lebte an Lough Corribs Ufer
Ein Mann, den man Colin genannt
Und getreu wohl an seiner Seite
Sein liebreizend Weib sich befand.
Sie waren allein, jene Beiden
Ohn' Kinder, die ihnen verwehrt
So hatten's die Götter befunden
Doch Schicksal stets Wege beschert!
So tobte einst im tiefen Winter
Ein Sturm über Schnee, Eis und See
So friedlich die Stunden auch waren -
Da pocht' an die Tür es so jäh!
Es steht dort in Lumpen die Alte
Tief von den Jahren gebeugt
Erbittet ein Obdach und Wärme
Und Colins Frau ihn überzeugt.
Sie bitten herein jene Fremde
Die wundert sich, dass sie allein,
Und Collins Frau erklärte leise
Der Wille der Götter würd's sein.
Da lachte die Alte und meinte
Dass dem sicher nicht so sein kann
Und noch vor dem nächsten Winter
Die Frau ein Kind hätt' im Arm.
Am anderen Morgen verschwunden
Die Alte und Zeugnis von ihr
Und ganz, wie sie es prophezeite
Kam ein Kind auf die Welt dafür.
Der alte Colin sich freute
Und lud zu rauschendem Fest
Da kam eine wunderschön' Fremde
Fragt, ob er nicht jemand vergesst?
Er wusst' jedoch nicht, wen sie meinte
So auch nicht beim zweiten Mal
Und als sie dann fragte zum Dritten
Wurd' er im Zorne ganz fahl.
Sie jedoch kühl ihm erklärte
Dass dreimal verleugnet er die,
Die seinen Sohn ihm doch schenkten
aus freien Stücken - die Sidhe!
So musste Colin erkennen
Welch' Fehler er damit beging
Sein Sohn jedoch sollte leben
Doch Wut der Sidhe daran hing.
Mit glühender Wut im Herzen
Verschwand wieder die fremde Frau
Und als Colin später erwachte
Dämmerte das Morgengrau.
Erinnerung griff nach dem Herzen
Wie nächtlichen Dunkels Saum
Und Colin still für sich betet
Es sei nur ein böser Traum.
Und so vergingen die Jahre
Das Kind wuchs langsam heran
Als dann im zwölften Sommer
Das Schicksal wob seinen Bann.
Wieder wurde es Winter
Schnee lag wie ein Leichentuch
Mit Schiffen kamen die Plünd'rer
Und brachten dem Land den Fluch.
Eines Tages dann fand man
Die toten Männer im Hof
Die Krähen sich an Resten labten
die übrig von ihnen da noch.
Grausam entstellt die Leichen
Verwüstet der Hof und das Land
Von Colin war nichts mehr zu sehen
Und keine Spuren man fand.
Doch Blut wies den Weg zum Corrib
So grausam des Leides Spur
Man fand aber nie die Familie
Sondern schwelendes Feuer nur.
Nur einer der Räuber noch lebte
Verwundet, erfroren gar,
doch was die Menschen so ängstigt'
war sein so schlohweißes Haar.
Darum sie enden sein Leiden
Und töten den jungen Mann
Der sprach von weißäugig Teufel
wie unter machtvollem Bann.
Des Teufels Kind hätt getötet
sie alle so ganz ohne Gnad'
Der weissäugig Teufel vom Corrib
Auf seinem ruh'losen Pfad.
Man verbrannte der Räuber Leichen
Und brachte die Nachrichten fort
Und es erwuchsen Geschichten
Um diesen unheil'gen Ort.
So sprechen auch heute noch Wand'rer
von qualvollem Schrei in der Nacht
Voll Elend und so tiefer Trauer
Wenn Weg sie zum Hofe gebracht.
Es seien die Schreie des Teufels
verflucht für Hochmut und Tat
Zu wandern durch alle Zeiten
Bis aller Zeit Ende einst naht.
Das Kind dieser Jahre wuchs weiter
Und zeitlos wurde es zum Mann
Blond und mit weißen Augen
gefangen in schrecklichem Bann.
Nichts macht ungeschehen die Taten
Des einsamen Teufels vom See
Des' Augen schauen in beide Welten
gebrochen und weiß wie Schnee.
Und nur der Barden Lieder
Brechen Einst uralten Bann
Wenn seine gequälte Seele
Sterbliche Lieb' finden kann.
So schenke ich Dir diese Worte
Du fremd' Wesen aus alter Zeit
Und wünschte gefangene Seele
Sei von ihren Ketten befreit.
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