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LYS094 - Minne...
Für die Ritter und Knappen aus dem Silberlager.
Lauf: , KAP: , 27.07.13-2
Es saßen am Abend die Männer im Kreis
Und grübelten lange, doch keiner Rat weiß.
"Es gibt da Probleme, lassen uns nicht ruh'n,
Weißt Du denn nicht weiter?" "Nein - lass uns was tun!"
"Was soll'n wir denn tuen? Die Last ist so schwer!"
"Hast keine Ideen Du?" "Nein, ich weiß nichts mehr."
So saßen sie weiter und Stunde um Stund'
Wurde es nicht besser, und trock'ner der Mund.
Die Runde war'n Ritter und Knappen zusamm'n
Die sollten nun minnen, kamen nicht voran!
Denn Minne will Herzen der Damen berühr'n
Und darf doch nicht offen die Liebste verführ'n!
Hohe Minne, nied're Minne -
Eine schwerer als die And're
Rührt die Herzen, regt die Sinne -
Und knüpft heimeliche Bande!
"Du musst preisen der Dame so feines Gesicht,
Die Schönheit der Seele, die aus ihr spricht!"
"Ich mag aber lieber die Kurven an ihr,
Die drallen Formen die gefallen mir!"
"So darfst Du nicht minnen im Hohelied,
Es sei denn Du willst, dass die Dame flieht!"
"Oh nein, die läuft mir gewiss nicht fort,
Denn ich traf sie schon an ganz and'rem Ort!"
"Doch kennst Du den Vater, den Grafen von Bronn?
So wirst Du sicher nicht der Schwiegersohn!
Er wird Dich dann fordern und zwingt Dich ins Knie
Und aus und vorbei ists dann mit der Müh'!"
Hohe Minne, nied're Minne -
Eine schwerer als die And're
Rührt die Herzen, regt die Sinne -
Und knüpft heimeliche Bande!
So rieten sie weiter und tranken gar viel
Vergaßen darüber, was die Minne will
Und schwer wurden Zungen, so schwer auch der Sinn
So sank auf die Tische so manch' Knappen Kinn.
Es schwand auch die Nacht hin zum Morgenrot
Und als die Sonn' schließlich vom Taune floht
Kam leis' eine Bardin dann in den Saal
Und sah der Ritter gar so große Qual.
So schrieb sie schnell kleine doch feine Gedicht'
So dass verlor keiner der Ritter 's Gesicht
Und steckt ihnen ungesehen Zettel zu
Das bracht hohe Minne die Geister zur Ruh'.
Hohe Minne, nied're Minne -
Eine schwerer als die And're
Rührt die Herzen, regt die Sinne -
Und knüpft heimeliche Bande!
Nicht einer der Mannen bemerkt heimlich's Tun
Da noch aller Köpfe auf den Tischen ruh'n.
Doch als sie erwachen scheint's Problem gelöst
Als hätten sie kurz nur vom Weine gedöst.
Die Bardin entschwand ungesehen und leis
Und niemand wirklich von der Fremden weiß.
Doch zauberten Mannen Gedichte hervor
Und herzlich seufzten die Damen im Chor.
Und jeder von ihnen der fragt sich noch heut'
Von welcher Bardin die Hilfe einst dreut'
So ehren sie alle die Säng'rinnen sehr
Ahnen sie doch niemals, wo kam Hilfe her!
Hohe Minne, nied're Minne -
Eine schwerer als die And're
Rührt die Herzen, regt die Sinne -
Und knüpft heimeliche Bande! |
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