LYS112 – Knappentritt
25.04.14-2
Es neigt sich der Abend und das Dunkel fällt
Bis dann eine Fackel die Nacht neu erhellt
Und aus einem Lichte ein weit’res entflammt
Bis im Fackelscheine man Menschen erkannt.
(So) still und gelassen steht ein Ritter da
Und vor ihm ein Page, bald zitternd fürwahr
Berufen ins Lichte steht der junge Mann
Schaut schüchtern und fragend den Rittersmann an.
Der hebt seine Stimme, es klingt klar und weit
Die Lebensgeschichte des Pagen, der Zeit
Es nimmt dann der Ritter dem Pagen den Schwur
Der leise bejaht stets die Fragen nur.
Es folgt eine Geste zu gürten den Herrn
Was dann tut der Page doch nur allzu gern
Er küsst ihm die Klinge in weiterem Bund
Bekräftigt ihm damit die Treue zur Stund’
Er schwört, ihm zu folgen, zu lernen so weit
Und sein Ritter ist ihn zu lehren bereit
Der Ritter schwört Schutz ihm und Kleidung und Gut
Den Knappen zu nähren, was er dann auch tut.
So nähert sich dann das entscheidende Tun,
Tritt Ritter zum Pagen, der kniet vor ihm nun
Und mit jenem Eide folgt nun harter Tritt
Fällt weit hintenüber der Knappe nun mit.
Und mit diesem Stiefeltritt ist es getan
Beendet des Pagen Zeit, Knappe fängt an.
Mit ganz neuen Rechten und Pflichten beginnt
Was mit jenem Tritte sein Ende nun nimmt.
Der Ritter spricht langsam: „Du nahmst es in Kauf“
Und hilft seinem Jüngling sodann wieder auf.
„So lass uns nun feiern Deinen neuen Stand,
und damit noch stärken des Dienstherren Band.“
So ändert ein Fußtritt ein Leben doch sehr
Und wenn er auch Schmerz bringt, geschieht doch noch mehr
Ein weiterer Schritt ist zum Ritter getan
Und mit neuem Mute Knappenzeit bricht an. |